Geschichte
01.12.2001
Die Geschichte der EMK Turbenthal
Die Evangelisch-methodistische Kirche ist eine weltweite Freikirche, die Gott in der grossen englisch-amerikanische Erweckungsbewegung vor bald 300 Jahren entstehen ließ und reichlich segnete, so dass ihr heute weltweit gegen 50 Millionen Mitglieder und Freunde angehören.
Die Anfänge der Arbeit im Tösstal gehen ins Jahr 1862 zurück. Der Laienprediger Jean Wettstein kam als erster Verkündiger von Russikon nach Turbenthal, um hier Gottesdienste zu halten. Für die mehrheitlich arme Bevölkerung des Tösstals bedeutete die Evangeliumsverkündigung Zuspruch und neue Hoffnung. Bald entstand eine junge Methodistengemeinde, die ihre Gottesdienste im ausgedienten Schulhäuschen von Hutzikon hielt. Die Betreuung erfolgte bis 1865 von Uster aus und dann bis 1881 von Winterthur her.
Ab 1879 gab es auch in Oberhofen Versammlungen, und im Laufe der Jahre kamen im Tösstal weitere Predigtplätze dazu. 1880 werden bereits vier Sonntagschulen gemeldet, nämlich in Rikon, Hutzikon, Oberhofen und Fischenthal. 1881 wurde das Tösstal ein eigener Gemeindebezirk mit einem ansässigen Prediger. Zu diesem Zeitpunkt wechselte die Gemeinde ganz in die Nähe der heutigen Kapelle, in ein Lokal, das auf dem Areal der heutigen Drogerie Kasser stand.
Durch einen Besitzerwechsel wurden der Gemeinde im Jahre 1901 Predigtsaal und Wohnung gekündigt. Es wurde als Gottes Führung angesehen, dass noch im gleichen Jahr der Bauplatz, auf dem die heutige Kapelle steht, gekauft werden konnte. 1902 wurde die Kapelle erbaut, die Einweihungsfeier fand am 26. Oktober statt. Gross war die Freude der Mitglieder über das eigene Gotteshaus. Leben ging aus von der Gemeinde und durch die Beanspruchung der Räumlichkeiten wurden im Laufe der Jahre verschiedene Renovationen nötig.
Viele verschiedene Prediger haben auf dem Gemeindebezirk gewohnt und gedient. Die vollzeitlichen Mitarbeiter der Kirche erhalten alle durch die Kirchenleitung ihren Dienst zugewiesen. 1965 - 1972 war zum ersten Mal eine Frau im Predigtamt der Gemeinde Turbenthal. In diese Zeit fällt auch der Anfang unserer Missionsbasare, die zur Tradition wurden und heute noch durchgeführt werden.
1968 war der weltweite Zusammenschluss der Methodistenkirche mit der Evangelischen Gemeinschaft zur Evangelisch-methodistischen Kirche, kurz EMK genannt. Wir sind eine Bekenntniskirche, in die man nicht hineingeboren wird. Wer zur Kirche gehören will, legt ein persönliches Bekenntnis zu Jesus Christus, zur Heiligen Schrift, zum ernsthaften Willen der Lebensgestaltung aus dem Glauben ab.
Als Freikirche verzichten wir bewusst auf staatliche Steuerbeträge. Die Besoldung unserer kirchlichen Mitarbeiter, der Aufbau und Unterhalt unseres Werkes und der Gotteshäuser sowie die Unterstützung eines grossen weltweiten Missionswerkes geschehen aus freiwilligen Beiträgen der Mitglieder.
Wir sind eine Freikirche ohne Sonderbetonung. Wir möchten offen sein für den ökumenischen Reichtum der Sache Christi und so auch in einem guten Einvernehmen Beziehungen zu anderen christlichen Kirchen pflegen.
Im Jahre 1974 wurde die EMK-Gemeinde Bäretswil, die bis anhin von Turbenthal aus bedient worden war, dem Gemeindebezirk Wetzikon angegliedert. Turbenthal wurde von da an von Winterthur aus betreut, und die Wohnung in der Kapelle wurde anderweitig vermietet. 1978 wurde eine dringend nötige Außen- und Innenrenovation in Angriff genommen. Die Mitglieder freuten sich am schönen Gotteshaus und dankten Gott für seine Durchhilfe.
In Absprache mit der Landeskirche begann die klein gewordene Gemeinde 1982 mit der Jungschararbeit. 1984 konnte nach längerem Unterbruch wieder mit einer Sonntagsschule begonnen werden. 1990 wurde im Untergeschoss der Kapelle ein Mehrzweckraum mit Küche eingebaut.
1992 bekam die Evangelisch-methodistische Kirche Turbenthal wieder eine am Ort wohnhafte vollzeitliche Mitarbeiterin.
In den letzten Jahren ist die Kinder- und Jugendarbeit so gewachsen, dass wir grössere Jugendräume planen mussten. So wurde 1995 der Estrich ausgebaut und zugleich das Treppenhaus renoviert. Die Gemeinde erfährt neues Wachstum, und es gibt ein vielfältiges Angebot an Diensten: Jeden Sonntag feiern wir Gottesdienst. Gleichzeitig treffen sich die Kinder in verschiedenen Altersgruppen in Sonntagsschule und Kinderhort. An Wochentagen trifft sich die Gemeinde zum Bibelstudium und Gebet. Die Jugend kommt zusammen im kirchlichen Unterricht, in der Jungschar und im Teenagerclub. Frauen finden zusammen, um über Glaubens- und Lebensfragen nachzudenken. Die Senioren geniessen an den Gemeinschaftsnachmittagen interessante Vorträge.
Im Jahr 2000 hat sich die kleine EMK Russikon unserem Bezirk angeschlossen.
Im Zentrum unseres Auftrags sehen wir den Ruf zur persönlichen Entscheidung für Jesus Christus und zu einem Leben in der Nachfolge Christi. "Der Glaube, der durch die Liebe tätig ist", ist das entscheidende Kennzeichen derer, die zu Christus gehören wollen. "Ohne Gemeinschaft statuiere ich kein Christentum" - diesem Wort des Grafen Zinzendorf in seiner biblischen Grundaussage verpflichtet, wollen wir bewusst überschaubare und verbindliche Gemeinschaft sein.